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02.06.2017, 14:07 Uhr

Kinderehen werden verboten

 

Kinderehen sind künftig in Deutschland verboten. Dies hat der Deutsche Bundestag am Donnerstag beschlossen. Danach müssen beide Ehepartner künftig das 18. Lebensjahr vollendet haben, um heiraten zu können. Bislang konnte das Familiengericht Ausnahmen erlauben, wenn ein Ehepartner  volljährig und der andere mindestens 16 Jahre alt war.
 
Hintergrund ist der Schutz von jungen ausländischen Frauen bzw. Mädchen, die in ihrer Heimat zum Teil schon unter 16 Jahren verheiratet werden. Laut Justizministerium sind derzeit deutschlandweit 1.475 Minderjährige als verheiratet erfasst. Die meisten von ihnen sind Mädchen. 361 haben
das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht. In Brandenburg sind sechs Fälle von verheirateten Mädchen zwischen 16 und 18 Jahren bekannt.
 
Kinderehen verletzen die Grundrechte der Betroffenen. Insbesondere ihre Rechte auf freie Entfaltung, sexuelle Selbstbestimmung und Bildung werden eingeschränkt. Unsere Aufgabe aber ist es, junge Menschen – und hier vor allem junge Mädchen – vor Fremdbestimmung und Willkür zu schützen.
 
Mit dem neuen Gesetz werden auch eheähnliche religiöse und traditionelle Rituale mit Kindern und Jugendlichen (z.B. Imam-Ehen) verboten. Wer an einer solchen Form einer Kinderehe mitwirkt, muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.
 

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