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Presseerklärungen

21.03.2017, 15:16 Uhr

Gleiche Rahmenbedingungen für alle Apotheken

 

KundInnen einer Online-Versand-Apotheke senden derzeit Protestkarten an Büros der Bundestagsabgeordneten; auch ich habe fast tausend Karten erhalten. Da ich nicht jede einzelne beantworten kann, möchte ich mich auf diesem Wege äußern.  
 
Die Arzneimittelverordnung bestimmt, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel in Deutschland nur zu einem festen Preis abgegeben werden dürfen. Der EuGH hat im letzten Jahr entschieden, dass diese Regelung eine nicht gerechtfertigte Beschränkung des freien Warenverkehrs für Versandapotheken aus dem europäischen Ausland darstellt. Damit haben Versandapotheken im europäischen Ausland damit jetzt einen klaren Wettbewerbsvorteil, da sie Versicherten – anders als inländische Apotheken - Preisnachlässe gewähren können. Ziel unserer Gesundheitspolitik sollte es sein, gleiche Rahmenbedingungen für alle Apotheken zu schaffen, so dass auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Arzneimittelberatung und –versorgung vor Ort von akut oder chronisch kranken Patienten sichergestellt ist. Im Notfall kann jeder von uns auf die Apotheke vor Ort angewiesen sein. Ein Preiswettbewerb beim Arzneimittelverkauf würde aber vor allem zu Lasten kleiner Apotheken im ländlichen Raum gehen.
 
Daher unterstütze ich den Gesetzentwurf von Gesundheitsminister Herman Gröhe, der ein generelles Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vorsieht.  
 

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