Martin Patzelt (MdB)
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Neuigkeiten
08.11.2019, 13:31 Uhr
Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls
 
Der 9. November hat für unsere Geschichte eine vielfache Bedeutung. 1918: Ende der Monarchie. 1923: Hitlers gescheiterter Putsch in München. 1938: Die Reichskristallnacht, die den Anfang des Holocaust markierte. Und seit 30 Jahren gehört auch das Jahr 1989 dazu, der Tag an dem die Berliner Mauer fiel. 
 
Zu Recht erinnern wir an diesem Tag an das Ende eines Systems, das mit Gleichschaltung und Unterdrückung versucht hatte, einem Teil des deutschen Volkes Freiheit und Menschenrechte zu verwehren. Daran sollten wir uns an diesem Tag immer erinnern: Aus sich heraus kann sich kein autoritäres System auf Dauer erhalten.

Zwar lässt sich der Freiheitsdrang mit drakonischen Strafen in engen Grenzen halten, wie das Beispiel Nordkorea zeigt. Doch die wirtschaftliche Lage zwingt die autoritären Regime früher oder später dazu, einzulenken oder ganz aufzugeben. Denn wirtschaftliche Erfolge lassen sich nicht diktieren. Sie kommen nur zustande, wenn man den Menschen Freiraum für Innovationen und neue Ideen lässt. 
 
Der 9. November 1989 hat den Menschen in der DDR nicht nur die lang ersehnte Reisefreiheit gebracht, sondern vor allem auch die Freiheit des Geistes. Und den wollen wir uns bewahren. Und dann können wir auch feststellen, dass es nicht die AfD war, die einen Beitrag zur friedlichen Revolution in der DDR geleistet hat. 
 
Die Lebensleistung der Menschen in der DDR hat ihren Wert für sich, unabhängig ob sie von anderen anerkannt wird oder nicht. Bei allen durchaus berechtigten Hinweisen auf die nach wie vor vorhandenen Unterschiede zwischen Ost und West, sollten wir uns auch über das schon Erreichte in den neuen Bundesländern freuen. Und wir sollten die Ost-West-Debatte dahingehend erweitern, dass wir auch die Nord-Süd-Unterschiede einbeziehen oder bei dem Lamentieren über niedrigere Löhne im Osten auch einbeziehen, dass auch Mieten und Immobilien im Osten niedriger sind. 
 
Denn eigentlich geht es uns doch gut – nicht zuletzt materiell. Und wir leben im Frieden – und das schon seit 74 Jahren. Das ist die längste ununterbrochene Friedenszeit in Europa. Können wir uns eigentlich noch vorstellen, dass unsere Großeltern in ihrem Leben gleich zwei Kriege durchgemacht haben?