Martin Patzelt (MdB)
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Neuigkeiten
12.02.2021, 13:50 Uhr
Prostitution stärker reglementieren und überwachen
 
Die Corona-Pandemie und die dadurch notwendigen Einschränkungen haben die Problematik im Umgang mit Prostitution erneut auf die Tagesordnung gesetzt. Darum habe ich mich vor knapp einem Jahr zusammen mit 15 Kollegen aus dem Deutschen Bundestag in einem offenen Brief an die MinsterpräsidentInnen gewandt und auf die unhaltbaren Zustände im Bereich der Prostitution hingewiesen: 
 
„Wir halten die Zustände in der Prostitution für die dort Tätigen in der großen Mehrzahl der Fälle für menschenunwürdig, zerstörerisch und frauenfeindlich. Entgegen einem weit verbreiteten Klischee sind die meisten Prostituierten (v.a. osteuropäische oder afrikanische Frauen) keinesfalls freiwillig in der Prostitution, sondern wurden und werden getäuscht, erpresst und bedroht. Das Ausmaß an sexuellen Übergriffen, an massiven physischen und psychischen Verletzungen durch täglich vielfache, erzwungene Penetration ist vielen, auch Ihnen möglicherweise nicht bekannt. Wie Freier denken und handeln, die ihr vermeintlich erkauftes Recht auch gegen erkennbaren Widerwillen und Ekel durchsetzen und die Frauen demütigen lässt sich beispielsweise in Freierforen nachlesen, in denen Freier die „Ware“ Frau und ihre „Dienstleistung“ bewerten. Die scheinbare Normalität von Sexkauf zeigt sich u.a. daran, dass Abifeiern und Junggesellenabschiede im Bordell keine Seltenheit mehr sind. Deutschland gilt international als das „Bordell Europas“. Eine Entschließung des Europäischen Parlaments fordert Deutschland dringend dazu auf, die geltende gesetzliche Regelung zu revidieren.“ 
Aus diesem Grund haben wir uns gegen Lockerungen ausgesprochen und für die Einführung des Nordischen Modells plädiert, „mit dem erstmals in Schweden der Sexkauf unter Strafe gestellt wurde. Für Freier und Zuhälter sind damit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr verbunden, während die Prostituierten nicht kriminalisiert werden. Diesem Modell sind bereits Frankreich, Norwegen, Island, Irland und Israel gefolgt.“
 
Mit unserem Positionspapier gehen wir nun einen Schritt in die richtige Richtung. Wir möchten u.a. die Durchsetzung des geltenden Rechts besser umsetzen, weshalb wir an die Länder appellieren, umgehend die erforderlichen Verwaltungsstrukturen aufzubauen. Im Weiteren soll die Prostitution von Heranwachsenden unter 21 Jahren sowie für schwangere Frauen verboten werden. Freier, die sich nicht daran halten, sollen künftig bestraft werden können.
 
Prostitution lässt sich durch gesetzliche Regelungen nicht völlig abschaffen. Zumal man festhalten muss: Wenn es ein Menschenrecht ist, dass der Mensch mit seinem Körper machen darf, was er will, also auch sich selber zu töten, dann muss er ihn auch verkaufen dürfen, so sehr mich das persönlich auch schmerzt.