Martin Patzelt (MdB)
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Neuigkeiten
25.06.2021, 14:36 Uhr
Abschied aus dem Deutschen Bundestag
 
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde,
 
wie sehr war ich überrascht und gleichzeitig auch sehr erfreut, als mir die Bürgerinnen und Bürger aus meinem Wahlkreis bei der Bundestagswahl 2013 ihr Vertrauen ausgesprochen hatten. Nun ist mein Einstieg in die Bundespolitik bereits acht Jahre her und umso mehr bin ich heute dankbar dafür, dass ich diese Erfahrung in meinem Leben (immerhin war ich bereits Rentner) noch machen durfte und mich als Abgeordneter in die Politik auf Bundesebene einbringen konnte. 
 
Es war nicht immer einfach und auch manchmal ein hartes Ringen, meine politischen Überzeugungen, meine Lebenserfahrungen und meine langjährigen beruflichen Erfahrungen in der Fraktion und bei den Kolleginnen und Kollegen einzubringen oder gar durchzusetzen. Geprägt wurde ich dabei von der Lebensmaxime: „Ich lasse mich immer auf neue Argumente und Widerspruch ein, um meine Position zu überdenken und abzuwägen.“ Aber wenn diese mich nicht überzeugen können, dann bekommt man meine Stimme nicht. 
 
Ich danke meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Abgeordneten- und den Wahlkreisbüros für ihre hilfreiche unterstützende und damit wertvolle Arbeit, für ihre loyale Haltung mir gegenüber,  auch wenn ich ihnen zunächst ungewohnte, wenig opportune Positionen vertreten habe, die sie dann ihrerseits zumindest nach außen hin unterstützen sollten. 
 
Kritisch bleibt anzumerken, dass ich mir schon öfter ein konsequenteres Verfolgen unserer christlich demokratischen Positionen, eine etwas weniger dem flüchtigen Zeitgeist folgende und mehr an wissenschaftlichen Erkenntnissen und Erfahrungen der Fachwelt orientierte Politik gewünscht hätte. Aber wie sagte unser früherer Fraktionsvorsitzende Kauder immer: „Politik fängt mit dem Betrachten der Wirklichkeit an.“ Oder Frau Merkel: „POLITIK IST KEIN WÜNSCH DIR WAS.“ 
 
Es fällt mir nicht leicht Abschied aus dem Bundestag zu nehmen, aber jedes Ende bedeutet auch einen Neuanfang und alles hat seine Zeit. Auch bin ich jetzt wirklich in die Jahre gekommen und jüngere Abgeordnete sollen und müssen  Zukunft gestalten. Auch würde ich nach meinen Erfahrungen im Hohen Haus sowieso die Wählbarkeit auf zwei oder drei Wahlperioden begrenzen, damit sich ein Festhalten am Mandat nicht dazu führt, dass sich ihre Lebenserfahrungen immer mehr von denen der Normalbürger entfernen und dass sich eine virtuelle Parlamentswelt entwickelt. 
 
Aber solche Änderungen scheinen genauso utopisch wie eine wirkliche Begrenzung der Abgeordnetenzahl. Zu schwer wird es vermutlich vielen langjährigen Abgeordneten, Status und gutes Einkommen aufzugeben und im wirklichen Leben wieder Fuß zu fassen. Aber frischer Wind im Bundestag tut uns auch gut.