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19.12.2017, 10:04 Uhr

Beim Tag der Menschenrechte in Osnabrück

 

Letzte Woche war ich Gast bei einer Podiumsdiskussion in Osnabrück anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte. Thema der Diskussion war die Lage in Nordkorea. Dabei wurde deutlich, dass nicht alle das Land als kommunistisch einstufen. Die Charakterisierung, dass es sich um ein faschistoides Regime mit einem stark ausgeprägten Führerkult handelt, ist in der Tat nicht von der Hand zu weisen. Trotz der immer neuen Raketentests und gegenseitigen Drohungen zwischen Nordkorea und den USA sollten wir die Hoffnung auf eine friedliche Lösung sowie eine Öffnung des Landes gegenüber dem Rest der Welt nicht aufgeben.

Die Geschichte hat uns gelehrt, dass auch autoritäre Regimes nicht bis in alle Ewigkeit regieren können. Irgendwann kommt auch für sie der Zeitpunkt des Machtwechsels. Dem tatsächlich enorm hohen Bedrohungspotenzial, das Nordkorea aufbaut, kann man nicht allein mit Machtdemonstrationen begegnen. Erforderlich sind auch deeskalierende Maßnehmen, und man muss anerkennen, dass Kim Jong-un der Mann ist, der über die Macht im Land verfügt, und ihn entsprechend behandeln. Seine irrationalen Drohgebärden basieren ja auf tiefgreifenden historisch gewachsenen Minderwertigkeitsgefühlen und paranoiden irrealen Ängsten. 
 
Es ist darum sehr zu begrüßen, dass der amerikanische Außenminister jetzt Mitte der Woche dem Regime in Pjöngjang erstmals Gespräche ohne jegliche Vorbedingungen angeboten hat. Es bleibt zu hoffen, dass Kim Jong-un diese einmalige historische Chance auch ergreift.
 

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