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23.02.2018, 14:20 Uhr

Keine Werbung für Schwangerschaftsabbruch

 

10 Wochen alter Embryo
Kann man für einen Schwangerschaftsabbruch Werbung machen wie für Ferienreisen, Röstkaffee oder Hundefutter? Meine Antwort darauf ist ein klares und entschiedenes Nein. In dieser Woche haben wir in erster Lesung über Anträge der Grünen, der FDP und der Links-Partei zur Aufhebung bzw. Änderung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche nach Paragraf 219a Strafgesetzbuch debattiert. Zwar wird in den Anträgen zwischen Information und Werbung unterschieden, aber grundsätzlich werden mit diesen Anträgen Grenzen unseres Menschenbildes und Verständnisses überschritten, was ich für eine gefährliche Entwicklung halte. 
 
Für mich zeigte die gute und klare Debatte über alle Fraktionsbeiträge hinweg: Für die einen bleibt ein Embryo ein sich entwickelnder Mensch, für eine erkennbare Mehrheit ist es jedoch ein Zellklumpen, der entsorgt werden kann, wenn die schwangere Frau dies so entscheidet. NOCH steht unser Grundgesetz diesem "zeitgemäßen" Verständnis, wie es die Vertreterin der Grünen betonte, entgegen.
 
Um das Selbstbestimmungsrecht der Frauen zu respektieren, hat der Gesetzgeber nach verpflichtender Beratung zum Leben des ungeborenen Kindes dem Selbstbestimmungsrecht der betroffenen Frauen innerhalb bestimmter Fristen zugestimmt. Das darf nicht dazu führen, dass Informationen und Werbung von Dienstleistern zu ihren Angeboten für Abtreibung, also eine öffentliche Information über die „Dienstleistung“ genauso selbstverständlich werden wie die etwa für Schönheitschirurgie oder Handwerksleistungen. 
 
Hier geht es nach wie vor um menschliches Leben, dessen Zukunft oder Tötung. Hier leisten 2.000 Beratungsstellen in Deutschland eine hervorragende Arbeit, die eine persönliche und auf den Einzelfall bezogene Beratung und auch sachgerechte Informationen über Möglichkeiten der Interruption als auch über entsprechende Ärzte und Kliniken umfasst.
 

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