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30.11.2018, 14:00 Uhr

Keine Gesinnungsschnüffelei im Kindergarten

 

Mit großem Befremden habe ich zur Kenntnis genommen, dass die Amadeu Antonio Stiftung mit der Unterstützung des Bundesfamilienministeriums eine Broschüre erarbeitet hat, die zur Gesinnungsschnüffelei auffordert. Die Broschüre trägt den Titel “Eene, mene, muh – und raus bist du!“ Ich bin deshalb schockiert, weil diese Broschüre neben vielen guten Hinweisen eine Vorgehensweise anregt, wie wir sie im Fall des AfD-Internetprangers für Lehrer kürzlich und zu Recht öffentlich verurteilt haben. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit meinen Kollegen von der AG Familie der CDU/CSU-Bundestagsfraktion einen Protestbrief an Bundesfamilienministerin Franziska Giffey geschrieben.
 
Befremdet hat mich die persönliche Unterstützung durch die Ministerin, die laut ihrem Vorwort die Handlungsempfehlungen ausdrücklich unterstützt. Dort schreibt sie nämlich: „Besonders begrüße ich die Handlungshinweise und Hilfsangebote.“ Es ist in meinen Augen absolut haarsträubend, dass hier Handlungsempfehlungen für Erzieherinnen und Erzieher für den Umgang mit Eltern und Kindern im Rahmen des Bundesprogramms "Demokratie Leben!" finanziell gefördert werden, in denen als Negativbeispiele für "völkische Elternhäuser" unter anderem Kleider und Zöpfe bei Mädchen sowie auch die Anleitung zum Erlernen von Handarbeiten genannt werden.
 
Das Grundgesetz stellt klar: Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht (Art. 6 II 1 GG). An diesem in der Verfassung verbrieften Recht müssen wir unser politisches Handeln messen. Eltern haben das garantierte Recht, die Erziehung ihrer Kinder frei zu gestalten. Darunter fällt selbstverständlich auch die enge Einbindung eigener Werte und Überzeugungen in ihr erzieherisches Handeln. Es ist eben nicht die Aufgabe des Staates, die Überzeugungen der Eltern in Frage zu stellen oder gar zu kontrollieren, nicht in der Kita und nicht an einem anderen Ort. 
 
Die Mitglieder der AG Familie hat darum die Ministerin aufgefordert, sich ganz klar von dieser Broschüre zu distanzieren und die Fördermittel zurückzufordern.
 

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