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01.02.2019, 13:45 Uhr

Weniger unbegleitete minderjährige Flüchtlinge

 

Die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge (UMF) ist im vergangenen Jahr stark zurückgegangen, wie aus dem Bericht der Bundesregierung über die Situation unbegleiteter ausländischer Minderjähriger in Deutschland hervorgeht. Dieser Bericht wurde am Mittwoch (30.1.2019) im Familienausschuss beraten. Wurden Anfang 2016 noch über 60.000 UMF gezählt, so waren es zwei Jahre später nur noch 54.144. In rund 25.000 Fällen handelt es sich dabei um junge Volljährige, die noch in die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe fallen. 93 Prozent sind über 14 Jahre alt. 86 Prozent der UMF sind männlich. Die meisten kommen aus Afghanistan, Eritrea und Somalia. Bei den afrikanischen Flüchtlingen handelt es sich meist um Waisen oder Halbwaisen.
 
Ein großes Problem bei den UMF ist nach wie vor das Thema Altersfeststellung. Das liegt aber weniger daran, dass es kein einfaches und eindeutiges Verfahren gibt, als an der Tatsache, dass die Altersfeststellung in den Jugendämtern unterschiedlich gehandhabt wird. Hier ist dringend ein allgemein verbindliches Prozedere erforderlich. Zudem könnte ein neues auf Ultraschall basierendes Verfahren, das derzeit noch erprobt wird, dazu beitragen, schneller und sicherer zu einem Ergebnis zu kommen. 
 
Keine Auskunft gibt der Bericht leider über die Ausbildungs- und Berufssituation der UMF. Meiner Meinung nach müssen die Jugendämter im Falle der ausländischen Jugendlichen ganz andere Wege gehen als bei der Betreuung der einheimischen Jugendlichen. Das fängt schon mit den Sprachproblemen der UMF an. Auch die schulischen Voraussetzungen sind ganz anders. Nicht zuletzt gibt es Fälle von Analphabetismus. Zur Klärung dieser Fragen habe ich mich an das Familienministerium gewandt.
 

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