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28.06.2019, 15:42 Uhr

Wir brauchen mehr Respekt voreinander

 

Der Mord an dem CDU-Politiker Walter Lübcke hat nicht nur mich erschüttert. Er macht die überwältigende Mehrheit in unserem Land fassungslos. Wir haben es hier mit dem Zenit eines eskalierenden Gewaltphänomens zu tun, das sich seit Jahren an Schulen und in der Gesellschaft bemerkbar macht. Generell ist der Umgangston in unserer Gesellschaft rauer geworden. Streitigkeiten werden heute anders ausgetragen als früher. Sie sind gewalttätiger geworden.
Zur Explosion der Gewalt haben nicht zuletzt die sozialen Medien beigetragen. Laut einer Untersuchung der Konrad Adenauer Stiftung ist hier die Hemmschwelle weitaus geringer, Dinge zu sagen, die man sonst nicht sagen würde. Hinzu kommt, dass die sozialen Medien für eine Reichweite sorgen, die dem guten alten Dorfklatsch um ein Millionenfaches überlegen ist. 
Um gegen die eskalierende Gewalt von Extremisten aller Couleur anzugehen, können wir mit Aufklärung und Demokratiebildung nicht früh genug anfangen. Was wir brauchen ist eine Rückkehr zur Mäßigung und zum gegenseitigen Respekt  im Umgang untereinander. Wir als Politiker sollten in den Plenardebatten mit gutem Beispiel voran gehen. 
Ich werde mich weiterhin für die Erforschung der Ursachen von extremistischen Haltungen einsetzen.  Wenn wir wissen, wie Extremismus entsteht, dann steigen die Chancen für den Erfolg präventiver Maßnahmen.  
Für eine positive Gestaltung unserer Zukunft brauchen wir nicht nur eine Bewegung, die sich den Schutz des Klimas zum Ziel setzt. Wir brauchen vor allem eine Bewegung, die sich den gegenseitigen Respekt auf die Fahne schreibt. Wenn sich das zwischenmenschliche Klima nicht bessert, werden wir von einem besseren weltweiten Klima nicht mehr viel haben.
 
 

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