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18.10.2019, 14:00 Uhr

Halle: Fokus auf frühkindliche Erziehung legen

 

Unsere Erschütterung durch die Morde von Halle haben wir auf vielfache Weise und öffentlich zum Ausdruck gebracht. Aber die Antworten auf die Fragen, wie solches geschehen kann, bleiben zu schnell und leicht in den üblichen Erklärungsmustern von Rechtsextremismus, fehlender staatlicher Vorsorge, präventiver Beobachtung hängen. 

Viel zu wenig wird der eminent wichtigen Frage öffentliche resp. politische Aufmerksamkeit gewidmet, wie ein solcher Täter wie der in Halle aufgewachsen ist, wer ihn auf welche Weise in der für sein ganzes Leben bestimmenden frühkindlichen Sozialisation geliebt, unterstützt, wertgeschätzt und in die Ordnung unseres Zusammenlebens hinein begleitet hat - oder eben nicht. 
Wissenschaftler äußern sich nachdrücklich und unmissverständlich zu diesem nachweisbaren Zusammenhang zwischen den Sozialisationsbedingungen in den ersten Lebensjahren und einem späteren aggressiven menschenfeindlichem Verhalten. Trotz der Brisanz und Gefahr sich so entwickelnder Biografien wie der des Täters von Halle bleibt die Politik die Antwort auf solche Fragen bisher schuldig bzw. sie beschäftigt sich schlichtweg nicht damit. Das stelle ich als Familienpolitiker in großer Sorge fest. Vielleicht sind wir auch deshalb so wort- und initiativlos, weil in unserem zunehmend liberalen Zusammenleben oft genug Kinder zwar erwünscht sind, aber dann doch in den tatsächlichen Lebensentwürfen und -weisen „unter die Räder kommen".
 
 

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