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26.11.2020, 13:16 Uhr

Patenschaft für den Buddhisten Bui Van Tham aus Vietnam


Wegen der Verfolgung Andersgläubiger in Vietnam habe ich die Patenschaft für den buddhistischen  Hoa-Hao-Laienpriester Bui Van Tham, geb. 1987, im Patenschaftsprogramm des Deutschen Bundestages  „Parlamentarier schützen Parlamentarier (PsP ) übernommen. Bui Van Tham verbüßt eine ungerechtfertigte Strafe im Xuyen Moc-Gefängnis. Seit 2005 hatten Bui Van Tham und sein Vater Bui Van Trung die Leitung der buddhistischen "Ut Trung Prayer Hall" in Hoa Hao inne. Das ist eine Hauskirche zum Lernen, Beten und Predigen über die  Hoa Hao-Schriften. Diese buddhistische  Gemeinschaft wird von der vietnamesischen Regierung als illegal betrachtet, da sie nicht offiziell bei den Behörden als Religionsgemeinschaft registriert ist.

 

Tham wurde im Februar 2018 wegen „Störung der öffentlichen Ordnung“ und „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ zu sechs Jahren Haft verurteilt. Auch Vater und Schwester mussten ins Gefängnis. Die Haft der Mutter wurde auf Bewährung ausgesetzt. Diese Buddhisten hatten dagegen protestiert, dass  die Teilnahme einiger Anhänger an einer Gedenkveranstaltung in der Gebetshalle verhindert wurde.

 

Bereits vor dem Prozess hatte Human Rights Watch die vietnamesische Regierung in einem offenen Brief aufgefordert, das Gerichtsverfahren einzustellen und zu prüfen, ob eine Diskriminierung von Religionsgemeinschaften vorliegt. Laut Informationen von Menschenrechtsverteidigern ist Tham während der Haft gefoltert und zeitweise in Isolationshaft gehalten worden. Besuche seiner Familie sind erschwert worden. Die Deutsche Botschaft in Hanoi hat sich gegenüber der vietnamesischen Regierung mit Nachdruck für Bui Van Tham eingesetzt.

 

Ich fordere die vietnamesische Regierung auf, jegliche Folter und grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung einzustellen, weiterhin eine gründliche Überprüfung des Gerichtsverfahrens in die Wege zu leiten und Bui Van Tham freizulassen. Bis dahin muss für seine Gesundheit ausreichend Sorge getragen wird. Der Familie müssen wieder Besuchsmöglichkeiten gewährt werden, damit sie ihm auch Lebensmittel bringen können. Vietnam hat 2018 zugesagt, die Menschenrechte und die Religionsfreiheit einzuhalten. Ich erinnere Vietnam nachdrücklich daran, seinem Versprechen nachzukommen. 

 


 

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