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18.12.2020, 13:55 Uhr

Den Blick auf das Wohl der Schwächeren nicht verlieren

 

Pandemie, Lockdown, Streit um Vorrang bei Impfungen, dabei weniger im öffentlichen Blickpunkt  massive Verletzungen menschlichen Lebens im Iran, in China und anderen Orten der Erde - und dann WEIHNACHTEN. Wie bekommen wir das zusammen? Unser Brauchtum, unsere Weihnachtsidylle bekommt in diesem Jahr eine massive Welle vor den Bug gewohnter Lebensweise. Kann uns die Weihnachtsbotschaft in dieser, für viele Menschen bedrängenden Situation vielleicht innerlich besser erreichen? 

Die Zusage des Gottes, auf die viele Menschen in sehr unterschiedlicher Weise ihre Hoffnung setzen: Ihr Menschen seid nicht verloren, bei allem Leid, allen Ängsten, allem Ungemach. ICH bin Euch immer nahe, wenn ihr das sehen wollt. Und dann erscheinen Silberstreifen von Hoffnung auf den guten Ausgang aller, auch der persönlichen Dinge an unserem Horizont auf. So, wie UN-Generalssekretär Antonio Guterres am Freitag (18.12.2020) im Bundestag sagte: „Ich sehe Hoffnung für die Welt. So wie es Beethoven, dessen 200. Geburtstag wir in diesem Jahr feiern, mit seiner Ode an die Freude vermitteln wollte, wie es Schiller mit seinen Worten von einer Welt umspannenden Geschwisterlichkeit dazu beisteuert.“  
 
Zuvor hatte der Generalsekretär die überaus positive Rolle Deutschlands bei der Bewältigung der Mammut-Probleme unserer Zeit gelobt. Deutschland und die EU seien Vorbilder, Schrittmacher, um die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren. Denn nicht die Kriege seien die größten Feinde der Menschheit, sondern die fortgesetzte, massive Zerstörung unseres Lebensraumes. 
Vielleicht war es etwas zu viel Lob, denn so einverständlich und massiv, wie es Not täte, handeln wir Politiker gerade nicht. In einer demokratischen Gesellschaft sind wir immer auf eine breite Zustimmung von Mehrheiten angewiesen. Deshalb wies Guterres darauf hin, dass Wissenschaft, Kultur, die Bürgergesellschaft im Ganzen sich zu diesen Zielen und AUFGABEN bekennen muss, wenn wir es schaffen willen. 
 
Der Streit um unsere eigenen Interessen angesichts der CORONA-Bedrängnisse macht deutlich, wie sehr wir um unser eigenes Wohl kreisen und dabei den Blick auf das Wohl des Landes und der Schwächeren verlieren. Schon gar nicht im Blick haben wir das Wohl der übergroßen Menschengemeinschaft, die bei weitem nicht über die materiellen, politischen, wissenschaftlichen und logistischen Möglichkeiten verfügen, die wir besitzen. 
 
Auf meine Rede im Plenum zur Christenverfolgung habe ich viel Widerspruch - auch von außerhalb des Bundestages - erfahren. Ich bin dennoch fest davon überzeugt, dass der Gott, an den sich unsere Mütter und Väter des Grundgesetzes wandten, der Vater aller Menschen ist, auch wenn wir das als Christen nicht immer wahrhaben wollen oder verstanden haben. Denn Gott kommt in unsere Welt, in unsere Mitte (das ist die Botschaft von Weihnachten) für alle Menschen, besonders die Verlorenen. Die Armen, die Kranken, die Sündigen. Und immer dann, wenn wir uns denen zuwenden, ist auch ER da. 
 
Fröhliche Weihnachten und bleiben Sie in dieser Zusage, die auch uns persönlich meint (ein wenig sind wir doch in unserer Bedürftigkeit gefangen) gesund an Leib und Seele.
 

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