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23.04.2021, 13:58 Uhr

Bessere Kooperation im Kinder- und Jugendschutz

 

 Eine bessere Kooperation zwischen allen wichtigen Akteuren im Kinder- und Jugendschutz und eine Reform des Hilfeplans für Pflegefamilien stehen im Mittelpunkt des Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz), das wir am Donnerstag (22.4.2021) im Deutschen Bundestag verabschiedet haben. Darin wird u.a. der Anspruch auf Beratung und Förderung festgeschrieben. Den Kindern und Jugendlichen selbst kommt ein Beratungsanspruch gegenüber dem Jugendamt zu. Kinder und Jugendliche mit Behinderungen werden durch einen Stufenplan wirksamer in ihrer Eingliederung unterstützt. 

Durch die Änderungen am Achten Buch Sozialgesetzbuch (SGB VIII) werden Heime und ähnliche Einrichtungen einer strengeren Aufsicht und Kontrolle unterstellt. Kinder in Pflegefamilien verbleiben auf Anordnung des Familiengerichts dauerhaft in diesen, wenn es zum Schutz und Wohl des Kindes erforderlich ist. Die Kostenbeteiligung von jungen Menschen in Pflegefamilien und Einrichtungen der Erziehungshilfe wurde von 75 Prozent auf 25 Prozent des Einkommens aus Schülerjobs, Praktika oder einer Ausbildung gesenkt. Auf Initiative des Familienausschusses wird zudem ein Freibetrag von 150 Euro des Einkommens von der Kostenbeteiligung ausgenommen. Einkommen aus kurzfristigen Ferienjobs und ehrenamtlicher Tätigkeit werden gänzlich freigestellt. 
 
Mit der Gesetzesnovelle werden die staatlichen Leistungen und Hilfen für Kinder- und Jugendliche mit Behinderungen in den kommenden Jahren im SGB VIII gebündelt werden. Prinzipiell soll die Inklusion als Leitgedanke in der Kinder- und Jugendhilfe und die grundsätzlich gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung verankert werden. Ab 2024 soll die Funktion eines Verfahrenslotsen beim Jugendamt eingerichtet werden, der als Ansprechpartner für Eltern und andere Erziehungsberechtigte fungiert. 
 

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